Ungewöhnliche Wundversorgung

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Esther

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Ungewöhnliche Wundversorgung

von Esther am 22.10.2017 18:34

Mir ist da vor geraumer Zeit etwas passiert, an dem ich euch gerne teilhaben lassen will. Wir waren gerade dabei ein Auto für den Schrott fertig zu machen, das hieß vor allem alles abzubauen, was noch zu gebrauchen war oder separat verschrottet einfach mehr Geld bringt. Teilweise wurde auch etwas abgeflext. An eben einer solchen Schnittkante hatte ich mir dann die Hand aufgeschnitten. Mein Freund, der früher u.a. auch Feldsanitäter war, hat sie dann auf eine eher ungewöhnliche Art wieder zusammen geflickt. Erstmal habe ich ein sauberes Tuch drauf gedrückt und eine Müllbinde (sehr fest) drumgewickelt bis die Blutung nachgelassen hatte. Da ich die ganze Zeit am Auto geschraubt hatte, war die Hand entsprechend voller Dreck, Öl und anderem, weshalb er die Stellen um die Wunde herum mit Waffenöl gesäubert hat, dann hat er Wasserstoffperoxyd (in diesem Fall 4%) in die Wunde getropft und das ganze dann mit Sekundenkleber zugeklebt. Die Methode fand ich deshalb interessant, weil ich danach sofort weiterarbeiten konnte, was vermutlich auch der Hintergedanke meines Freundes war. Er sagte bei der Gelegenheit, gerade beim Militär käme es ja darauf an jemanden so schnell wie möglich wieder einsatzfähig zu machen. Ausreden gelten höchstens, wenn einem Arme, Beine oder Kopf fehlen. Ich denke in einer größeren Krise ist sowas ebenso wichtig. Heute könnte ich nicht mehr sagen wo die Wunde mal war und habe mir die lästigen Pflaster, Verbände u.ä. erspart. Ich musste sie nur einmal etwas nachkleben.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 22.10.2017 18:34.

Tiberius

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Re: Ungewöhnliche Wundversorgung

von Tiberius am 22.10.2017 21:35

Ja, Sekundenkleber funktioniert. 

Wenn es blutet, kann man es auch töten. 

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Ben

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Re: Ungewöhnliche Wundversorgung

von Ben am 26.10.2017 07:18

Ja, cooler move! Mit der Kombination aus Wasserstoffperoxyd und dem Sekundenkleber hat er ne Art schneller Wundkleber gebastelt. Wichtig zu wissen:

Die Narbenbildung ist darunter sehr viel stärker. Man umgeht die natürliche Wundheilung und überspringt zwei ganze Phasen, somit wird die Narbe wulstiger, erhabener usw. Im Akutfall natürlich vollkommen egal.
Das zweite ist, man muss die Wunde wirklich sehr konsequent reinigen, heißt komplett Saubermachen.
Das brennt, tut weh und zwar nicht wenig.
Das ist aber wichtig, mit dem Sekundenkleber verschließt man die Wunde und eventuell noch verbleibende Reste in der Wunde entzünden sich massiv weil sie ja nicht mehr aus der Wunde können. Sowas sollte nur jemand machen der sich damit auskennt und auch weiß was zu tun ist wenn es sich doch entzündet.

Dazu kann ich gerne mal nen Bibliothekseintrag machen.

@ Esther, wie war die Wundheilung?

Mfg

Ben

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Esther

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Re: Ungewöhnliche Wundversorgung

von Esther am 27.10.2017 19:52

Die Wundheilung hätte nicht besser laufen können. Und von der ehemaligen Wunde sieht man inzwischen überhaupt nichts mehr. Aber gereinigt hat er ja auch sehr gründlich. Für kleine Wunden halte ich es für übertrieben. Aber gerade wenn es etwas größer ist und man sich einen Ausfall gerade nicht leisten kann, ist es ein super Mittel.

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Esther

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Re: Ungewöhnliche Wundversorgung

von Esther am 28.10.2017 14:02

Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass das Wasserstoffperoxyd den Schnutz aus der Wunde regelrecht ausschäumt und somit schon gründlich reinigt. Und es brennt auch nicht, sondern kitzelt lediglich. Leider muss man sich das für den K-Fall bevorraten und muss das dann aus verschiedenen Apotheken holen, da sie einem keine all zu großen Mengen verkaufen. Offenbar kann man daraus auch Bomben bauen.
Um mal Keime aus einer Wunde zu holen, die wirklich böse Folgen haben können, habe ich einmal eine Paste aus Zwiebeln und Knoblauch verwendet und die hat auch ihren Zweck erfüllt. Das war dann allerdings wirklich kein Zuckerschlecken.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 28.10.2017 14:05.

Bones

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Re: Ungewöhnliche Wundversorgung

von Bones am 07.12.2017 22:20

Einer meiner Lehrer hat mir mal erzählt, das Knoblauch im 2ten Weltkrieg als Wundauflage benutzt Wurde um die Wundbrand Infektionen einzudämmen. Es soll recht erfolgreich wohl funktioniert haben. Das läge an den schwefelhaltigen Verbindungen die Allicin bilden. Ich persönlich bevorzuge Schwedenbitter und Sekundenkleber oder Tape, was halt verfügbar ist.
Habe uch gute Erfahrungen mit dem frischen Pflanzensaft des plantago lanceolata, dem Spitzwegerich gemacht.

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Esther

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Re: Ungewöhnliche Wundversorgung

von Esther am 08.12.2017 12:26

Schwedenbitter benutze ich für wirklich vieles und sorge stets für neues bevor die letzte Flasche leer ist. Aber bei frischen Wunden benutze ich weder den noch Kräuter. Solange die Wunde noch frisch ist, halte ich es für sinnvoller sie gründlich zu reinigen und im Anschluß dafür zu sorgen, dass auch kein neuer Dreck hineinkommt. Und bei Auflagen mit Kräutern riskiert man halt auch immer, dass Pflanzenteile etc wieder in die Wunde geraten. Sollte sie älter sein oder sich entzündet haben, dann ist das etwas anderes. Auch beim Knoblauch (gern in Verbindung mit Zwiebeln), der wirklich sehr gute Wirkung tut, bleiben Reste davon in der Wunde, die man hinterher aufwendig rauspulen muss. Daher mache ich das nur bei Infektionen. Mein Vater und seine Eltern hatten im Krieg nicht einmal Knoblauch (nur Steckrüben), daher war bei ihnen das Mittel der Wahl Urin. Das hat er auch später immer zum desinfizieren benutzt. Man hat es praktischer Weise immer dabei.

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Bones

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Re: Ungewöhnliche Wundversorgung

von Bones am 08.12.2017 16:42

Du hast recht, wenn du darauf hinweist das Reste in der Wunde verweilen können.
Wenn du aber den Knoblauch anquetscht, die sterile Kompresse auf die Wunde auflegst und eine Seite aufschlägst kannst Du den Knoblauch bzw. die Wirkstoffe Wundnah aufbringen ohne Gefahr zu laufen Reste in die Wund einzubringen. Wobei man noch unterscheiden muss um welche Art von Wunde es sich handelt (und das man bei Verletzungen in unserem Gesundheitssystem natürlich lieber zum Arzt gehen sollte und die Wunde dort versorgen läßt als wild Kräuter darauf zu machen.)



Wenn ich nichts zum desinfizieren habe, dann reinige ich die Wunde auch so gut es geht und decke sie ab.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.12.2017 16:44.

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